Darmspiegelung
Diese endoskopische Untersuchung (Koloskopie oder Coloskopie) ermöglicht eine sichere Diagnose von Erkrankungen des Dickdarms. Dabei wird der gesamte Dickdarm mit den schon erwähnten biegsamen Geräten (Koloskop genannt) eingesehen. Meist kann auch noch ein kleines Stück des letzten Dünndarmabschnittes, welches als Ileum bezeichnet wird, mit beurteilt werden.
Die gesamte Untersuchung heißt dann Ileokoloskopie.
Die Dickdarmspiegelung ist die Standardmethode, die bei ungeklärten Stuhlveränderungen, bei Verdacht auf chronisch entzündliche Darmerkrankungen, zur Abtragung von Polypen oder zur Abklärung von Darmkrebs eingesetzt wird. Die Darmspiegelung ist Bestandteil der Darmkrebs-Früherkennung und kann ab dem vollendeten 50. Lebensjahr alle zehn Jahre als Kassenleistung in Anspruch genommen werden.
Polypenabtragung (Polypektomie)
Der Begriff bedeutet Abtragung und Entfernung von Polypen. Polypen sind pilzförmige Neubildungen oder Verdickungen der Schleimhaut, die einen langen dünnen oder kurzen plumpen Stiel haben oder der Darmwand breitbasig aufsitzen. Mit zunehmender Größe ist auch mit einer zunehmenden Häufigkeit von bösartiger Umwandlung zu rechnen. Die Polypektomie (d.h. das Entfernen des Polypen) beugt also dem Darmkrebs vor.
Sedierung bei Magen- und Darmspiegelungen
Zur Sedierung bei endoskopischen Untersuchungen gibt es mehrere Verfahren:
- Sedierung mit dem Narkotikum Propofol. Durch dieses wird ein Zustand des Tiefschlafs erreicht. Atmung und Kreislauf werden bei diesem Verfahren durch unser extra geschultes und ausgebildetes Personal überwacht. Aufgrund der guten Steuerbarkeit dieses Medikamentes ist der Patient nach der Untersuchung schnell wieder fit und kann die Praxis mit einer Begleitperson verlassen.
-
„Schlafspritze“ durch den Untersucher mit Benzodiazepinen. Hierdurch wird ein dämmerartiger Zustand erreicht.
In unserer Praxis sind beide Verfahren möglich.
Vorsorgeuntersuchungen
Ein Hauptanliegen eines Gastroenterologen (Magen-Darmspezialisten) ist die Verhinderung von Krebserkrankungen des Magen-Darm-Traktes.
Die 2002 eingeführte Vorsorgekoloskopie gilt ab dem vollendeten 50. Lebensjahr ohne ein gesondertes Risiko und wird an anderer Stelle erläutert.
Bei familiärer Krebsbelastung sollte eine ausführliche Beratung über das Risiko, selbst eine Krebserkrankung zu bekommen, durchgeführt werden. Dabei wird über die möglichen Gegenmaßnahmen und Vorsorgemöglichkeiten informiert.
DARMGESUNDHEIT
…KONTROLLE IST GOLD!
Gesundheit beginnend mit Ihrem Darm
Darmcheck
Schön, dass Sie sich für die Möglichkeit eines Darmchecks interessieren – Ein Darmcheck ist eine einfache und entscheidende Maßnahme für Ihre Gesundheit. In unserer Gastropraxis halten wir die Bedeutung eines gesunden Darms und wie er Ihr Wohlbefinden beeinflusst für einen sehr zentralen Punkt eines gesunden und beschwerdearmen Lebens. Der Darmcheck ist nicht nur unkompliziert, sondern auch ein wichtiger Schritt zur Früherkennung von potenziell ernsten Gesundheitsproblemen. Entdecken Sie mit uns, wie mühelos und effektiv dieser Prozess sein kann, und nehmen Sie Ihre Gesundheit in die Hand – beginnend mit Ihrem Darm. Die Endoskopie des Darmes ist der Goldstandard, da die Suche nach Polypen präzise erfolgen kann und ggfls. nötige Therapien in der selben Sitzung erledigt werden können ohne einen zweiten Termin. Sie ist wesentlich effektiver als ein Stuhltest.
1. Es ist schnell.
Das Endoskopieren dauert nur 20 min. Sie werden sich wundern, wie schnell und sicher die Untersuchung läuft. Natürlich benötigen ab am Vortag (ab ca. 16 Uhr) Zeit für die Darmvorbereitung.
2. Es ist kostenlos.
Wegen der großen gesundheitlichen Vorteile trägt Ihre Krankenkasse die Kosten. Unter allen Krebsvorsorgen ist die Darmspiegelung die wirksamste Maßnahme, daher freut sich auch die Krankenkasse über Ihre Teilnahme: ab dem vollendeten 50. Lebensjahr, vorher möglich auch bei Schmerzen, wechselndem Stuhlgang, Blut im Stuhl oder familiärer Belastung.
3. Es ist schmerzfrei.
Wir sorgen für guten Schlaf während der gesamten Untersuchung. Dank Propofol schlafen Sie fest, suche Sie sich gerne im Einschlafen einen guten Traum. Auf Wunsch können Sie natürlich auch wach bleiben und die Untersuchung am Bildschirm mit verfolgen.
4. Es ist digital.
Dank hocheffektiver schlanker Videoendoskopie sehen wir jedes Detail in Ihrem Darm, die modernen Videochips bringen hochauflösende HDTV-Bilder aus Ihrem Körper. Auf Wunsch optimieren wir für Sie die Bildanalyse durch direkte KI-Unterstützung, auch kleinste Veränderungen werden so direkt sichtbar. Dieses Zusatzangebot der KI ist eine Selbstzahlerleistung mit einem Invest von ca. 48 Euro.
5. Es ist sicher.
In unserer Praxis werden Sie ausschließlich von erfahrenen Fachärzten endoskopiert, jeder von uns hat langjährige Expertise und große Sicherheit. Die Darmspiegelung ist unser Kerngeschäft, das wir souverän beherrschen. Risiken werden damit minimiert.
6. Es ist zu schaffen.
Größte Hürde ist die Vorbereitung. Wir können Ihnen mit Tipps das Abführmittel schmackhaft machen, auch die Menge ist in den letzten Jahren deutlich reduziert worden. Auf Wunsch trinken Sie mit modernen Produkten lediglich 500 ml an Trinklösung am Vortag sowie 500 ml am Morgen der Untersuchung. Als Nebenaffekt reinigen Sie Ihre Darmflora mit der Vorbereitung.
7. Es lohnt sich.
Krebs findet im Verborgenen statt. Ab 50 Jahre ist das Thema aber sehr relevant. Statistisch gesehen erkrankt fast jeder Zweite von uns im Lauf seines Lebens an Krebs. Pro Jahr sind es in Deutschland etwa 500 000 Menschen. Jährlich sterben etwa 230 000 Personen in Deutschland an ihrer Krebserkrankung.
8. Es ist individuell.
Bringen Sie sich aktiv mit ein. Jeder Mensch ist anders, und das ist gut so. Gerne sehen wir Sie persönlich zum individuellen vertraulichen Vorgespräch, um Sie und Ihre individuellen Wünsche kennenzulernen.
9. Es ist einfach.
Buchen Sie jetzt direkt online auf unserer Homepage in Doctolib, das ist einfach und schnell, jederzeit möglich. Alternativ schreiben Sie eine Mail, wir rufen Sie zurück.
Erfahrungswerte
Nach Jahren unklarer Magen-Darm-Beschwerden entschied ich mich endlich für den Darmcheck in dieser Praxis. Ich kann nicht genug betonen, wie sehr mir diese Entscheidung geholfen hat! Die Ärzte waren äußerst einfühlsam und professionell. Dank des Checks konnten sie eine bisher unentdeckte Erkrankung frühzeitig erkennen und behandeln. Ich fühle mich endlich wieder wohl in meinem eigenen Körper und kann diesen Service nur wärmstens empfehlen!
Als jemand, der schon lange mit Verdauungsproblemen zu kämpfen hatte, war ich zunächst skeptisch gegenüber dem Darmcheck. Doch die freundliche und informative Beratung in dieser Praxis überzeugte mich, es doch auszuprobieren. Und ich bin so dankbar, dass ich es getan habe! Der Darmcheck war unkompliziert und schmerzfrei, und die Ergebnisse waren äußerst aufschlussreich. Mit den Ratschlägen und der Behandlung, die ich daraufhin erhielt, fühle ich mich endlich wieder gesund und voller Energie.
Als ich von meinem Arzt den Vorschlag erhielt, einen Darmcheck durchzuführen, war ich zunächst zögerlich. Aber dank der ermutigenden Bewertungen entschied ich mich, es zu versuchen. Und ich bereue es kein bisschen! Die Mitarbeiter hier waren so freundlich und professionell, dass ich mich sofort wohl fühlte. Der Darmcheck selbst war schnell und einfach. Und das Beste daran? Er half, eine ernsthafte Erkrankung frühzeitig zu erkennen, was meine Chancen auf eine erfolgreiche Behandlung erheblich verbesserte. Ich kann gar nicht genug betonen, wie sehr mir diese Erfahrung geholfen hat – ich fühle mich wie ein neuer Mensch!
Chronische Darmerkrankungen
Zu den sogenannten chronisch entzündlichen Darmerkrankungen werden sowohl der Morbus Crohn als auch die Colitis ulcerosa gezählt. Während die moderne Medizin sehr viel über die Erkrankungseigenschaften und damit auch der diagnostischen Zuordnung weiß, sind die Verursacher dieser in Schüben verlaufenden Darmerkrankungen unbekannt.
Gleichwohl gibt es einen ganzen Blumenstrauß an verschiedensten Therapieformen mit jeweils anderen Wirkprinzipien. Unsere Gastro-Praxen sind als erfahrene CED-Profis in der Lage, alle klassischen, aber auch neuesten Therapien für Ihre Patienten zum Einsatz zu bringen.
Das Wichtigste ist eine genau maßgeschneiderte, individualisierte und schonende Therapie für jeden einzelnen Patienten auch unter Berücksichtigung seiner individuellen Lebenssituation und Besonderheit.
Wir stellen diesbezüglich einen besonders hohen Qualitätsanspruch an uns und unser speziell geschultes Personal.
Proktologie
Die Proktologie befasst sich mit den Erkrankungen im Bereich der Afterregion, des Afterkanals und des Enddarms. Eine exakte Beurteilung dieser Region und ihrer Erkrankungen benötigt spezielle röhrenartige Untersuchungs-Instrumente aus Metall, "starre Endoskope". Die speziellen Fragestellungen lassen sich mit den "flexiblen Endoskopen" zur Darmspiegelung nicht beurteilen. Weitere Informationen finden Sie unter den entsprechenden Navigationspunkten.
Diagnostik in der Gastropraxis Rheydt
Die Spiegelung des Analkanals wird mit einem speziellen Instrument, dem Proktoskop, durchgeführt. Es handelt sich um schmale starre Rohre von 6-10 cm Länge, die vorsichtig in den Enddarm eingeführt werden. Diese Untersuchung wird von einigen als etwas unangenehm empfunden, ist aber in der Regel schmerzlos. Durch die Öffnung im Proktoskop kann man den Enddarm genau untersuchen und sehen, ob ein Hämorrhoidalleiden oder eine andere Erkrankung vorliegt.
Infolge einer solchen proktologischen Untersuchung, werden Sie eventuell mit den gutartigen Diagnosen Hämorrhoiden, Analekzem, Analfissur (Afterhauteinriss), Marisken, innerer Schleimhautvorfall (Prolaps), Anal(rand/venen)thrombose, Abszess, Analfistel, Inkontinenz konfrontiert. Viele dieser Veränderungen lassen sich, falls notwendig, durch eine lokale Therapie, eine medikamentöse Verödungsbehandlung und/oder eine Schleimhautabbindung mit abschnürenden Gummiringen (BARRON-Ligatur) einfach und sehr sicher beseitigen.
Hämorrhoiden in der Gastropraxis Rheydt
Hämorrhoiden (neu „Hämorriden“) sind krankhaft vergrößerte Schwellpolster am Übergang vom Mastdarm zum Afterkanal. Sie sind die häufigste Ursache von Juckreiz, Entzündungen, Blutungen im Afterbereich oder Stuhlverschmutzung der Wäsche. In diesem Fall spricht man von einem Hämorrhoidalleiden. Nur selten muss operiert werden. Meist hilft eine mehrmalige Verödung (Sklerosierung) oder das Abbinden mit kleinen Gummiringen (Ligatur nach BARRON). Ihr Enddarmspezialist führt diese Behandlung fast immer schmerzlos durch. Vorübergehend lässt sich das Hämorrhoidalleiden auch mit Cremes oder Analtampons (Zäpfchen mit Mulleinlage) lindern.
Aufklärung und Einverständniserklärung
Analfissur in der Gastropraxis Rheydt
Bei einer Analfissur (Afterriss) treten während und nach der Stuhlentleerung heftige Schmerzen auf, die über Stunden anhalten können. Zu Beginn kann eine solche Fissur mit Analtampons und Cremes ausheilen. Wird der Riss jedoch chronisch, so besteht die Gefahr einer Fistelbildung mit teilweiser Zerstörung des Schließmuskels. Eine chronische Analfissur muss deshalb in der Regel operiert werden.
Analthrombose in der Gastropraxis Rheydt
Analthrombosen, fälschlich "äußere Hämorrhoiden" genannt, sind schmerzhafte Knoten am Afterrand, die durch Blutgerinnsel in den Blutadern des Afterrandes entstehen. Sie können in örtlicher Betäubung entfernt werden. In leichteren Fällen können auch spezielle Zäpfchen und Cremes helfen.
Analinkontinenz in der Gastropraxis Rheydt
Analinkontinenz ist eine Störung des Afterverschlusses, die dazu führt, dass die Stuhlentleerung nicht mehr exakt kontrolliert werden kann oder Darmgase ungewollt entweichen. Erste Anzeichen sind Nässen in der Afterumgebung und verschmutzte Wäsche. Als erfahrene Enddarmspezialisten können wir die komplizierten Ursachen der Verschlussstörung aufklären und lindern. Wichtig ist für uns die Zusammenarbeit mit proktologischen Zentren. Gerade hier verhindern frühzeitige, fachkundige Diagnose und Behandlung Schäden, die sonst die Lebensqualität dauerhaft beeinträchtigen.
Abführmaßnahmen/ Darmvorbereitung
Wie gelingt eine gute Darmreinigung?
Aktuelle Studien zur Qualität der Darmspiegelung zeigen, dass die Grundlage einer optimalen Beurteilung ein kompletter sauberer Dickdarm ist. Die aktuellen Abführmittel wie z.B. Moviprep und Eziclen sind gut geeignet, ihren Darm komplett zu reinigen. Auf Körner und Rohkostsalate sollten Sie möglichst ab 7 Tage vor der Untersuchung bereits verzichten, da sich diese in den vielen Windungen des Darmes ablagern und mit Abführmittel schwer zu entfernen sind. Die letzte Mahlzeit wird als leichtes Frühstück bis um 10:00 Uhr am Vortag der Untersuchung eingenommen. Ideal ist hier eine leichte Kost aus z.B. Toastbrot, Joghurt und Marmelade. Standard für die Trinklösung ist das 2-Tage-Schema, das heißt die Vorbereitung beginnt am Vortag gegen 16:00 Uhr sowie am sehr frühen Morgen des Untersuchungstages um ca. 4:00 Uhr. Für ihren Komfort bei der Vorbereitung haben wir 3 Tipps.
- Tipp: Sie sollten das Abführmittel stark gekühlt trinken, beispielsweise mit beigefügten Eiswürfeln oder stark vorgekühlt aus dem Kühlschrank.
- Tipp: Begleitende Getränke in ausreichender Menge sind wichtig für eine komplette Vorbereitung, diese sollten möglichst durchsichtig sein und Ihrem Geschmack entsprechen. Ein Favorit zur Begleitung kann heller Apfelsaft sein, er ist eine gute Ergänzung zu dem salzigen Geschmack des Abführmittels und kann mit dem enthaltenen Fruchtzucker die Stimmung heben. Aber auch helle Tees, Wasser oder auch Zitronen-Limonaden sind als begleitende Getränke möglich.
- Tipp: Überlisten sie ihre Nase. Trinken Sie das Abführmittel aus einer Sporttrinkflasche oder mit Strohhalm, so kann die Bekömmlichkeit nochmals verbessert werden, probieren Sie es gerne aus. In der Regel ist die Akzeptanz der modernen Abführmittel sehr gut, bei Bedarf machen sie gerne eine kurze Pause in der Vorbereitung.
Warum werde ich vor der Coloskopie gefragt, wie mein Stuhl aussieht?
Weil es für die Qualität sehr wichtig ist. In unserer Praxis führen wir Darmspiegelungen in höchster Expertise durch, mit modernen hochauflösenden Videokameras und sehr erfahrenen Ärzten, parallel unterstützt in der Beurteilung durch Künstliche Intelligenz. Aus großen Studien wissen wir, dass der Grad der Darmreinigung ein sehr wichtiger Faktor für die Feinbeurteilung des Darmes ist. Ein ungenügend vorbereiteter Darm wird auch nur ein sehr grobes Ergebnis liefern können. Optimal sollte ihr Stuhlgang nach Beendigung der Abführmaßnahmen wie Kamillentee aussehen.
KI in der Coloskopie
Warum wird KI in der Coloskopie eingesetzt?
Darmkrebs ist gut behandelbar, sofern er frühzeitig erkannt wird.
Und genau das ist das Problem: Er ist nicht immer leicht zu erkennen. Das intelligente Endoskopiemodul GI Genius™ ist das erste computergestützte Erkennungssystem, das Darm -Polypen während einer Koloskopie durch KI identifiziert. Das System scannt jedes Einzelbild des Eingriffs in Echtzeit und warnt uns Ärzte vor Läsionen – einschließlich kleiner, flacher Polypen, die vom menschlichen Auge leicht übersehen werden können. Anders ausgedrückt: Es hilft, das Unerkannte zu erkennen. Durch den Einsatz der KI sehen wir 30 % mehr Polypen.
Wie funktioniert KI technisch?
Künstliche Intelligenz angewandt bei der Darmspiegelung arbeitet im Grunde genommen wie ein Bilderkennungsprogramm. Es scannt das Endoskopie-Livebild. Das System hat in der Entwicklungsphase gelernt, Polypen zu identifizieren. Dazu wurden großen Datenmengen eingespeist. Durch den Vergleich von Millionen Einzelbildern können die verwendeten Algorithmen verdächtige Strukturen im Darm eigenständig aufspüren und dem Arzt anzeigen.
Das KI-System besteht aus einem Prozessor, der innerhalb von Millisekunden beim Erkennen eines Polypen Alarm schlägt. Künstliche Intelligenz soll die Diagnostik bei der Darmspiegelung noch zuverlässiger machen. Sie wird häufig im Rahmen von Studien eingesetzt. In einigen Universitätskliniken und auch in unserer Gastropraxis wird Künstliche Intelligenz mittlerweile routinemäßig angewandt.
Ersetz die KI den Arzt in der Untersuchung?
Keinesfalls. Die gesamte Untersuchung wir von uns Ärzten in gewohnter Form durchgeführt, die KI gibt uns zusätzlich Warnhinweise im Livebild auf versteckte Polypen durch Setzen von Markierungen und akustischen Signalen. Aus modernen Autos sind Ihnen ebenfalls Assistenzsysteme bekannt, die Ihre Sicherheit erhöhen. So auch in der Endoskopie.
Mikroskopische Kolitis
WAS IST EINE MIKROSKOPISCHE KOLITIS?
Bei der mikroskopischen Kolitis kommt es zu einer Entzündung der Dickdarmschleimhaut (Kolitis). Während sich Entzündungen im Darm normalerweise bei der Darmspiegelung in Form von Rötungen oder anderen Entzündungszeichen zeigen, ist dies bei der mikroskopischen Kolitis nicht der Fall. Hier sind die krankhaften Veränderungen nur anhand von Gewebeproben (Biopsien) unter dem Mikroskop zu erkennen, was die Bezeichnung „mikroskopische“ Kolitis erklärt. Da die Erkrankung mit chronischen Entzündungen im Darm einhergeht, wird sie neben Morbus Crohn und Colitis ulcerosa den chronisch entzündlichen Darmerkrankungen (CED) zugeordnet. Es sind zwei verschiedene Krankheitsformen der mikroskopischen Kolitis zu unterscheiden – die kollagene Kolitis und die lymphozytäre Kolitis. Beide Krankheitsbilder sind noch nicht sehr lange bekannt: die kollagene Kolitis wurde erstmals 1976 und die lymphozytäre Kolitis 1980 beschrieben. Sie werden zwar unter dem Oberbegriff mikroskopische Kolitis zusammengefasst, zeigen aber in den Gewebeproben, die dem Darm entnommen werden, ein unterschiedliches mikroskopisches Erscheinungsbild (histologisches Bild). Dabei fällt bei der kollagenen Kolitis ein verdicktes Bindegewebe (Kollagenband) in der Darmschleimhaut auf. Bei der lymphozytären Kolitis wird im Darmgewebe eine erhöhte Anzahl an bestimmten weißen Blutkörperchen, den Lymphozyten, gefunden. Kann das histologische Bild nicht eindeutig einer der beiden Krankheitsformen zugeordnet werden, spricht man von der inkompletten mikroskopischen Kolitis. Die konkrete Krankheitsursache der mikroskopischen Kolitis ist noch unbekannt. Es wird vermutet, dass genetische Faktoren im Zusammenspiel mit Umweltfaktoren die Erkrankung auslösen. Dabei können möglicherweise auch bakterielle oder virale Infektionen sowie die Einnahme bestimmter Medikamente eine Rolle spielen. Es ist ferner bekannt, dass Rauchen ein Risikofaktor für die Entwicklung einer mikroskopischen Kolitis ist.
WER ERKRANKT AN DER MIKROSKOPISCHEN COLITIS?
In Europa erkranken jährlich etwa 5 – 17 Menschen pro 100.000 Einwohner*innen an einer mikroskopischen Kolitis, wobei regionale Schwankungen sehr ausgeprägt sind. Für Deutschland existieren keine genauen Daten zur Inzidenz der mikroskopischen Kolitis. Schätzungsweise gibt es jährlich mehr als 10.000 Neuerkrankungen. Die tatsächlichen Zahlen sind wahrscheinlich noch höher, da die mikroskopische Kolitis aufgrund der Ähnlichkeit der Beschwerden nicht selten als Reizdarmsyndrom fehlgedeutet wird. Es ist deshalb von einer hohen Dunkelziffer auszugehen. An einer mikroskopischen Kolitis leiden deutlich mehr Frauen als Männer. Wie es zu dieser Geschlechterverteilung kommt, ist nicht bekannt. Die Erkrankung tritt dabei häufig in der zweiten Lebenshälfte auf.
WELCHE SYMPTOME ZEIGEN SICH?
Das wichtigste Symptom einer mikroskopischen Kolitis sind chronische, wässrige Durchfälle (Diarrhoen), die oftmals von Oberbauchbeschwerden, Übelkeit, Blähungen, Müdigkeit und einem mehr oder weniger ausgeprägten Gewichtsverlust begleitet sind. Typisch ist ferner das Auftreten von Durchfällen auch während der Nacht. Blut und Schleimbeimengungen im Stuhl sind unüblich.
Die Erkrankung kann aufgrund der beschriebenen Symptome die Lebensqualität der Betroffenen erheblich beeinträchtigen.
GIBT ES TYPISCHE BEGLEITERKRANKUNGEN?
Patient*innen mit einer mikroskopischen Kolitis leiden nicht selten unter Begleiterkrankungen. Hierzu gehören insbesondere Erkrankungen außerhalb des Darms wie zum Beispiel rheumatische Krankheitsbilder, Schuppenflechte, Störungen der Schilddrüsenfunktion, Glutenunverträglichkeit (Zöliakie) sowie Durchblutungsstörungen.
WIE WIRD DIE DIAGNOSE GESICHERT?
Die Symptome einer mikroskopischen Kolitis können den Beschwerden bei einem Reizdarmsyndrom ähneln. Deshalb darf die Diagnose nicht vorschnell gestellt werden – selbst dann nicht, wenn sich bei einer Darmspiegelung keine besonderen Auffälligkeiten ergeben. Vielmehr ist eine sorgfältige diagnostische Abklärung als Basis für eine effektive Behandlung entscheidend. Informationen erbringt das Patienten-Arzt-Gespräch. Zu einer ausführlichen Anamnese gehören die Ermittlung der Krankheitsgeschichte des Patienten/der Patientin und die Erfragung der aktuellen Beschwerden, ihre Dauer und Schwere. Im Gespräch zwischen Arzt/Ärztin und Patient*in wird auch geklärt, ob Nahrungsmittelunverträglichkeiten oder Allergien bekannt sind und ob möglicherweise Familienangehörige an einer CED oder einer mikroskopischen Kolitis leiden.
WARUM IST DIE COLOSKOPIE MIT PROBENGEWINNUNG WICHTIG?
Die wichtigste Untersuchung zur Erfassung einer mikroskopischen Kolitis ist die Darmspiegelung (Koloskopie). Allerdings bestätigt sich die Erkrankung anders als andere chronisch entzündliche Darmerkrankungen nicht durch die alleinige endoskopische Begutachtung der Darmschleimhaut, denn diese erscheint üblicherweise unauffällig. Zur Abklärung der Diagnose werden daher im gesamten Dickdarm Gewebeproben in definiertem Abstand (Stufenbiopsie) aus der Darmschleimhaut entnommen und anschließend unter dem Mikroskop untersucht. Bei der kollagenen Kolitis wird bei der Untersuchung der Gewebeproben durch den Pathologen/die Pathologin mittels spezieller Färbemethoden unter dem Mikroskop ein verdicktes Kollagenband sichtbar. Bei den Kollagenfasern handelt es sich um eine bestimmte Eiweißstruktur, die im Körper eine Stützfunktion einnimmt. Während das Kollagenband in der Darmschleimhaut von Gesunden weniger als 5 Mikrometer (Millionstel Meter) dick ist, liegt dieses bei der kollagenen Kolitis in einer Dicke von mindestens 10 Mikrometern vor. Bei einer lymphozytären Kolitis fällt hingegen im mikroskopischen Bild eine vermehrte Ansammlung von speziellen, weißen Blutzellen auf. Deren Zahl ist im Vergleich zum Gesunden um das Vier- bis Fünffache erhöht.
WELCHE MEDIKAMENTE HELFEN BEI MIKROSKOPISCHER COLITIS?
Liegt eine mikroskopische Kolitis vor, so kann eine zielgerichtete Behandlung eingeleitet werden. Diese hat die Besserung oder möglichst das völlige Verschwinden der Beschwerden zum Ziel und kann so die Lebensqualität der Patient*innen nachhaltig verbessern. Sehr gute Therapieerfolge werden mit Budesonid erzielt, welches zur Gruppe der Kortikosteroiden (auch als Kortison bekannt) gehört. Budesonid entfaltet seine entzündungshemmende Wirkung lokal im Darm und wird anschließend in der Leber abgebaut. Dadurch zeigt der Wirkstoff eine hohe Wirksamkeit und hat gleichzeitig geringere Nebenwirkungen als klassische, systemisch (im ganzen Körper) verfügbare Kortikosteroide. Der Wirkstoff kann in unterschiedlichen oralen Darreichungsformen (mit spezieller Freisetzung des Wirkstoffes) eingenommen werden. Budesonid ist aktuell als einziger Wirkstoff zur Behandlung der mikroskopischen Kolitis zugelassen. Studien zufolge führt die Behandlung mit Budesonid in einer Dosierung von 9 mg täglich bei etwa 80 Prozent der Patient*innen nach durchschnittlich 2 Wochen zu einem deutlichen Rückgang der Stuhlfrequenz bis hin zum Verschwinden der Durchfälle (Remission).
IST EINE DAUERTHERAPIE MIT BUDESONID SINNVOLL?
Wird die Medikamenteneinnahme nach Abklingen der Beschwerden beendet, kommt es bei der Mehrzahl der Patient*innen innerhalb weniger Monate zu einem Rückfall und somit zum Wiederauftreten der Symptome. Dann sollte nach Empfehlungen der Leitlinie und nach erneuter Remissionsinduktion mit 9 mg Budesonid, die Einnahme des Wirkstoffes in einer reduzierten Dosis von 3 bis 6 mg täglich beibehalten werden.
HELFEN DIÄT UND NIKOTINVERZICHT?
Eine spezielle Diät ist bei einer mikroskopischen Kolitis nicht einzuhalten. Wichtig ist eine ausgewogene, abwechslungsreiche Kost, wie sie ganz allgemein von Ernährungsexpert*innen empfohlen wird. Es sollte außerdem geklärt werden, ob neben einer mikroskopischen Kolitis eine Glutenunverträglichkeit (Zöliakie) besteht, da diese oft mit einer mikroskopischen Kolitis in Kombination auftritt. Bekannt ist, dass sich Rauchen negativ auf den Verlauf der Erkrankung auswirkt. Patient*innen, bei denen eine mikroskopische Kolitis diagnostiziert wird, sollten deshalb das Rauchen beenden.
WIE IST DER LANGFRISTIGE VERLAUF? BESTEHT EIN KREBSRISIKO?
Bei der mikroskopischen Kolitis handelt es sich nicht um eine lebensbedrohliche Erkrankung, der Verlauf ist in aller Regel gutartig. Allerdings kommt es unbehandelt bei nahezu jeder zweiten betroffenen Person zu chronischen oder immer wieder auftretenden Durchfällen, was die Lebensqualität massiv beeinträchtigt. Ein erhöhtes Risiko für die Entwicklung von Darmkrebs besteht bei einer mikroskopischen Kolitis nach derzeitigem Kenntnisstand nicht.
WO FINDE ICH WEITERFÜHRENDE INFORMATIONEN ZUR MIKROSKOPISCHEN KOLITIS?
Die Firma Falk Pharma hat eine gute Übersicht zur Mikroskopischen Kolitis online eingestellt, die wissenschaftlich korrekt die aktuellen Konzepte zusammenfasst:
https://de.drfalkpharma.com/de/indikationen/mikroskopische-kolitis/
Eine deutsche Leitlinie existiert leider noch nicht, für medizinische Fachexperten empfiehlt sich ein Blick in die 1. Europäische Leitlinie:
https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pmc/articles/PMC8259259/
Divertikel
Was sind Divertikel?
Divertikel sind Ausstülpungen der Darmschleimhaut: An den betroffenen Stellen wölbt sich die Darminnenwand durch die Darmmuskulatur nach außen. Dadurch entstehen meist kleine ballonförmige Ausstülpungen im Darm, in denen sich Stuhl ablagern kann. Divertikel sind oft harmlos, können aber zu Darmbeschwerden und Schmerzen führen. Etwas vereinfacht, werden drei Formen unterschieden:
- Divertikulose: Die Darminnenwand wölbt sich an mehreren Stellen nach außen. Die Ausstülpungen bereiten jedoch keine Beschwerden.
- Divertikelkrankheit: Die Ausstülpungen führen zu Beschwerden oder zu Komplikationen.
- Divertikulitis: Die Ausstülpungen sind entzündet.
Divertikel können zu wiederkehrenden oder dauerhaften Beschwerden führen. Dies wird als chronische Divertikelkrankheit bezeichnet. Eine Divertikulitis ist meist gut behandelbar, kann aber ernste Folgen haben, wenn sich die Entzündung ausbreitet.
Wie häufig sind Divertikel?
Viele Menschen haben eine Divertikulose, ohne davon zu wissen. Mit dem Alter werden Divertikel häufiger: Etwa 10 % der Menschen unter 50 haben Divertikel, bei über 70-Jährigen sind es etwa 50 %. Bei Frauen und Männern kommen sie ähnlich häufig vor. Etwa 1 % aller Menschen mit Divertikulose entwickelt innerhalb von zehn Jahren eine Divertikulitis. Die Entzündung kann in jedem Alter auftreten.
Welche Beschwerden verursachen Divertikel?
Die meisten Divertikel machen keine Beschwerden. Eine Divertikelkrankheit äußert sich meist durch Schmerzen im linken Unterbauch, seltener im rechten. Außerdem kann es zu Blähungen, Verstopfung oder Durchfall kommen. Die Beschwerden verschwinden oft vorübergehend, können aber auch von Dauer sein. Häufig sind sie nach dem Essen stärker, nach dem Stuhlgang dagegen schwächer. Divertikel können manchmal auch bluten.
Bei einer Divertikelentzündung (Divertikulitis) treten plötzlich dumpfe Schmerzen im Unterbauch auf, begleitet von leicht erhöhter Temperatur bis hin zu hohem Fieber. Weitere Anzeichen sind Verstopfung, Durchfall, Blähungen und Übelkeit, manchmal auch Krämpfe. Erbrechen ist eher selten. Die Schmerzen können durch die enge Lagebeziehung von Harnblase und Darm auch durch den Füllungszustand der Blase beeinflusst werden. Wenn die Ärztin oder der Arzt auf den Bauch drückt, spannt sich die Bauchmuskulatur reflexartig an (Abwehrspannung). Beim plötzlichen Loslassen wird der Schmerz stärker.
Welche Probleme bringt eine Divertikulitis?
Divertikel bleiben häufig unbemerkt, solange sie nicht zu Beschwerden führen. Sie können aber chronische Verdauungsbeschwerden und Schmerzen verursachen oder sich entzünden.
Eine Divertikulitis lässt sich meist gut behandeln und heilt dann innerhalb weniger Wochen ab. Etwa 20 % der Betroffenen bekommen in den Jahren danach jedoch mindestens einmal eine erneute Divertikulitis.
Eine Divertikulitis kann zu Komplikationen führen, wenn die Entzündung auf die Darmwand, die Umgebung oder benachbarte Organe übergreift. Es können sich Eiteransammlungen (Abszesse) und Fisteln bilden. Eine Fistel ist eine röhrenartige Verbindung zwischen zwei Organen, zum Beispiel zwischen Darm und Harnblase.
Eine seltene, aber schwere Komplikation ist es, wenn ein Loch in der Darmwand entsteht (Darmdurchbruch oder Darmperforation). Wenn Stuhl in den Bauchraum austritt, kann es zu einer lebensbedrohlichen Bauchfellentzündung (Peritonitis) kommen. Sie äußert sich meist durch starke Bauchschmerzen, eine harte Bauchdecke, Fieber, Übelkeit, Herzrasen und allgemeine Schwäche. Bei solchen Anzeichen ist es wichtig, rasch ärztliche Hilfe zu suchen. In diesem Fall einer freien Perforation ist eine sofortige OP unumgänglich.
Bei manchen Menschen entzünden sich Divertikel auch nach einer erfolgreichen Behandlung immer wieder – dann spricht man von einer chronisch-rezidivierenden Divertikulitis. Dadurch können sich vernarbte Verengungen (Stenosen) im Darm bilden, die das Weiterleiten des Stuhls erschweren. Im Extremfall kann ein Darmverschluss (Ileus) die Folge sein. Manche Menschen haben dauerhafte Beschwerden, ohne dass der Darm entzündet ist. Das Risiko für Komplikationen ist bei der ersten Divertikulitis am höchsten. Bei wiederkehrenden Entzündungen sinkt das Risiko deutlich. Ihre Folgen sind vor allem chronische Beschwerden wie Stuhlunregelmäßigkeiten, Blähungen und Bauchschmerzen.
Gut zu wissen: Aus Divertikeln entwickelt sich kein Darmkrebs. Dieser entsteht aus Darmpolypen.
Wie schütze ich mich vor einer Divertikulitis?
RISIKO LÄSST SICH HALBIEREN ÜBER GESUNDEN LEBENSSTIL
Gesunde Lebensführung erbringt einen erheblichen Gewinn für Ihre Gesundheit. Welche Maßnahmen sind das im Detail? Durch Studien sind als wirksam bewiesen bei bekannten Divertikeln:
- reduzierter Verzehr von rotem Fleisch
- vermehrter Verzehr von Ballaststoffen
- erhöhte körperlichere Aktivität
- Normgewicht
- Nikotinabstinenz
Wenn Sie diese 5 Hinweise im Blick behalten, reduziert sich das Risiko für das Auftreten einer Divertikulitis um bis zu 50%. Die aktuelle fachärztliche Leitlinie der DGVS (Deutsche Gesellschaft für Gastroenterologie, Verdauungs- und Stoffwechselkrankheiten) bestärkt mit Studiendaten diesen klaren Erfolg.
Lösen Medikamente eine Divertikulitis aus?
Ja, das Risiko erhöht sich.
Die Einnahme von nicht-steroidalen Antirheumatika (NSAR), Kortikosteroiden, Opioiden und postmenopausalen Hormonersatzpräparaten ist mit einem erhöhten Risiko für das Auftreten einer Divertikelkrankheit, einer Divertikulitis oder einer komplizierten Divertikulitis assoziiert. Die Leitlinie empfiehlt daher eine sorgfältige Nutzen-Risiko-Abwägung. Als Schmerzmittel können alternativ Acetylsalicylsäure (ASS) oder Coxibe eingesetzt werden, die nicht mit einem derart erhöhten Risiko für die Divertikelkrankheit assoziiert sind.
Darf ich Nüsse essen bei Divertikeln?
Hier gibt seit vielen Jahren eine falsche Einschätzung, die leider weit verbreitet ist. Viele Betroffene mit Divertikeln meiden körnerreiche Kost, um den Darm zu schonen und vermeintlich Entzündungen vorzubeugen. Das ist falsch. Eine Empfehlung zum Meiden von Nüssen, Körnern, Mais oder Popcorn besteht nicht, große Studien haben diesen Effekt geprüft. Im Gegenteil, einige Daten deuten sogar auf einen schützenden Effekt hin, da Körner das Mikrobiom verbessern und die Beschaffenheit des Stuhles optimieren.
Auch wenn es Sie wundert: Essen Sie Nüsse und Körner, ihr Darm dankt es!
Operieren bei chronischer Divertikulitis?
Bei wiederkehrenden Entzündungen oder chronischen Beschwerden spielen schwere Komplikationen meist keine Rolle. Sie sind zwar möglich, aber eher die Ausnahme, solange die Entzündungen unkompliziert sind – das heißt, wenn sich keine Abszesse gebildet haben. Manchmal können sich infolge wiederholter Entzündungen auch Fisteln (röhrenartige Verbindungen zwischen zwei Organen) oder Verengungen (Stenosen) bilden. Da Fisteln das Risiko für Komplikationen erhöhen, wird in der Regel empfohlen, sie zu operieren. Ob ein Eingriff bei einer Stenose sinnvoll ist, hängt davon ab, wie ausgeprägt die Verengung ist.
In allen anderen Situationen ist das Ziel vor allem, die alltäglichen Beschwerden wie Bauchschmerzen und Verdauungsprobleme zu lindern. Wie gut dies mithilfe einer Operation im Vergleich zu nicht operativen Behandlungen gelingt, ist erst wenig untersucht. Die bisherigen Studien deuten darauf hin, dass eine Operation die Beschwerden bei einem Teil der Betroffenen besser lindern kann als Medikamente oder eine Ernährungsumstellung. Trotz Operation bleiben die Beschwerden bei manchen Menschen bestehen oder kehren wieder. Bei schätzungsweise 5 bis 25 von 100 Operierten bleiben die Beschwerden bestehen.
Lange Zeit wurde angenommen, dass das Risiko für Komplikationen steigt, je häufiger eine Divertikulitis auftritt. Deshalb rieten vor Jahren Ärztinnen und Ärzte auch nach wiederholten unkomplizierten Entzündungen zu einem Eingriff. Mittlerweile zeigen Studien jedoch das Gegenteil: Bei der ersten Divertikulitis ist das Komplikationsrisiko am höchsten – mit weiteren Schüben sinkt es deutlich. Diese Erkenntnis ist in aktuellen Leitlinien fest verankert, allein die Zahl der abgelaufenen Schübe ist kein Kriterium mehr für eine OP-Entscheidung.
Bis vor einigen Jahren wurde bei einer chronischen Divertikelkrankheit fast immer zu einem Eingriff geraten. Mittlerweile wird in unseren ärztlichen Leitlinien mehr Zurückhaltung empfohlen. Es ist sinnvoll, vor einer Operation andere Behandlungsmöglichkeiten wie Medikamente und eine Ernährungsumstellung auszuschöpfen. Bei der Entscheidung für oder gegen eine Operation spielt vor allem eine Rolle, welche alltäglichen Beschwerden man hat. Das Risiko für Divertikulitis-Komplikationen hat nur für bestimmte Menschen eine Bedeutung. Begleiterkrankungen, das Alter und die Lebensumstände sind ebenfalls wichtige Faktoren.
Sedierung/ Schlafspritze/ Narkose
Warum muss ich nach der Sedierung aus dem Wartezimmer abgeholt werden?
Die Sedierung mit Propofol ist für sie sehr sicher und angenehm, da sie von der eigentlichen Endoskopie nichts verspüren. Vom Gesetzgeber sind jedoch sehr strenge Regeln für die Nachbetreuung gesetzt. Auch wenn sie sich nach der Sedierung wieder fit fühlen und sicher für die Straße, so sind wir juristisch streng verpflichtet, sie direkt in die Betreuung ihres Abholers zu geben. Damit ist es nicht gestattet, die Praxis alleine nach einer Sedierung zu verlassen. Sollte Ihnen kein privater Abholer zur Verfügung stehen, so bietet sich auch die Option, ein Taxiunternehmen zu beauftragen. Ihr Fahrer muss Sie direkt aus unserem Wartezimmer übernehmen, der alleinige Weg auf die Straße ist Ihnen nach Sedierung nicht gestattet.
Kann mein Angehöriger mit in die Untersuchung?
Grundsätzlich werden endoskopische Untersuchungen nicht im Beisein eines Angehörigen durchgeführt, bestehen jedoch besondere Umstände wie Sprachbarriere oder eine deutliche Ängstlichkeit, so kann die Zeit bis zum Einsetzen der Sedierung durch einen engen Angehörigen begleitet werden.
Ab wann darf ich wieder essen und trinken?
Meist sofort nach der Untersuchung. Im Abschlussgespräch mit dem Arzt werden Sie erfahren, wann sie wieder Nahrung zu sich nehmen können. Üblicherweise ist die Untersuchung so schonend und sicher, dass sie unmittelbar nach der Endoskopie wieder essen und trinken dürfen. Nach Sedierung mit Propofol gilt ein sehr strenges Fahrverbot und eine zwingende Begleitung durch einen Abholer, dies hindert sie jedoch nicht, frei essen und trinken zu dürfen.